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Kurzübersicht

Softwarekosten über die Haltedauer rechnen und benötigte Funktionen möglichst ab Werk sichern

Abos, Konnektivität und Freischaltungen können die Gesamtkosten deutlich erhöhen; Preise und Gratisphasen unterscheiden sich je nach Hersteller und Markt. Für BMW und Mercedes stammen die belastbaren Preisbeispiele überwiegend aus 2022, aktuelle Konditionen stehen in den jeweiligen Hersteller-Stores.

  • Für dieselbe BMW-Ausstattung lagen die 36-Monatskosten je nach Abrechnungsmodell zwischen 405 € und 972 €; Basis sind Preise von 2022.
  • VW Connect Plus wird nach zwei Jahren ab Erstauslieferung kostenpflichtig; bei Gebrauchtwagen kann ein Teil der Gratisphase bereits abgelaufen sein.
  • Tesla Premium-Konnektivität kostet in Deutschland 9,99 € monatlich oder 99 € jährlich (Stand 2025).
  • Lass dir dauerhaft freigeschaltete Funktionen und die zugesagte Dauer von Sicherheitsupdates schriftlich bestätigen.
Beim Software-Defined Vehicle (SDV) ist die Hardware ab Werk im Fahrzeug verbaut, verkauft wird zunehmend der Zugang: pro Monat, pro Jahr, befristet oder dauerhaft. Wer nur Listenpreis und Leasingrate vergleicht, übersieht einen Kostenblock, der erst über die Haltedauer entsteht. Belastbare Preise gibt es für BMW und Mercedes vor allem aus 2022, für Tesla aus 2025 und 2026. Diese Mischung aus Alt- und Neupreisen macht den Vergleich tückisch. Sie entscheidet aber auch, ob sich Abo oder Einmalkauf rechnet.

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Welche Kostenarten fallen beim Software-Defined Vehicle an?

Bei einem Software-Defined Vehicle (SDV) können zusätzliche Kosten für Funktions-Abonnements, Konnektivitäts- und Lizenzpakete sowie Over-the-Air-Updates (OTA) entstehen. Die drei Kostenarten unterscheiden sich vor allem darin, welche Leistungen sie abdecken und wann die Gebühren anfallen.

Die wichtigsten Kostenarten im Überblick:

KostenartTypische LeistungenWann fallen Kosten an?
Funktions-Abonnements (Features on Demand)Freischaltung bereits verbauter Hardware oder zusätzlicher Softwarefunktionen, beispielsweise Sitzheizung, Dashcam oder FahrassistenzAb der kostenpflichtigen Buchung, häufig monatlich oder jährlich
Konnektivitäts- und LizenzpaketeOnline-Dienste, Streaming und Live-Kartendaten, etwa bei VW Connect Plus oder Teslas Premium-KonnektivitätHäufig nach Ablauf einer kostenlosen Nutzungsphase
Over-the-Air-Updates (OTA)Drahtlose Aktualisierung von Fahrzeugsoftware und digitalen FunktionenMeist kostenlos oder im Paket enthalten; zusätzliche Funktionen können kostenpflichtig sein

Besonders bei Leasingfahrzeugen solltest du auf den Zeitpunkt des Kostenbeginns achten. Während Funktions-Abonnements mit der Buchung starten, können Konnektivitätsgebühren erst mitten in der Leasinglaufzeit anfallen. OTA-Updates werden meist nicht separat berechnet. Ob eine Funktion nach Ablauf eines Abonnements weiterhin Updates erhält, hängt vom Hersteller und den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Was bedeuten die Studienzahlen für deine Kaufentscheidung?

Die aktuellen Studien sprechen dafür, dass die Zahl kostenpflichtiger Fahrzeugfunktionen eher wächst, deshalb taugt eine heutige Preisliste nicht als stabile Grundlage für eine mehrjährige Kalkulation. Laut einer Studie monetarisieren 94 Prozent der OEMs höchstens die Hälfte ihrer SDV-Funktionen. Gebremst werden sie von technischen Hürden, langsamen OTA-Prozessen und zögerlicher Zahlungsbereitschaft, also von Hindernissen, die Hersteller aktiv abbauen.

Für dich folgt daraus eine klare Regel: Was du über die gesamte Haltedauer sicher brauchst, bestellst du ab Werk als Dauerausstattung. Damit fixierst du den Preis zum Bestellzeitpunkt, statt später einen Nachkauf zu Konditionen zu bezahlen, die der Hersteller neu festlegen kann. Lass dir außerdem alle freigeschalteten Funktionen in der Auftragsbestätigung auflisten, denn nur was dort steht, ist vertraglich zugesichert.

Wie unterschiedlich die Zahlungsbereitschaft ausfällt, zeigt die Deloitte-Studie von 2026. Knapp 90 Prozent der Befragten in Deutschland würden grundsätzlich für softwaredefinierte Funktionen zahlen:

  • 43 % für Sicherheitsfunktionen
  • 41 % für Fahrzeugzustand und Wartung
  • 40 % für Fahrassistenzsysteme
  • 23 % für Entertainment und Navigation

Für deine Kaufentscheidung ergeben sich daraus drei Empfehlungen:

  1. Dauerhaft benötigte Funktionen ab Werk kaufen: Prüfe, ob du wichtige Ausstattungen dauerhaft erwerben kannst, statt sie später zu möglicherweise veränderten Abopreisen freizuschalten.
  2. Vertragsbedingungen kontrollieren: Lass dir in der Auftragsbestätigung festhalten, welche Funktionen dauerhaft und welche nur zeitlich begrenzt nutzbar sind.
  3. Konnektivitätspakete kritisch prüfen: Bei Navigation und Infotainment können Apple CarPlay oder Android Auto eine Alternative zu kostenpflichtigen Herstellerdiensten sein, sofern dein Fahrzeug diese Systeme unterstützt.

Vergleiche insbesondere bei Assistenzsystemen nicht nur die Paketbezeichnungen, sondern auch die enthaltenen Funktionen und deren Nutzungsdauer.

Preischeck: Funktions-Abos bei BMW, Mercedes, Tesla und VW

Die Preismodelle der vier Hersteller folgen unterschiedlichen Logiken: BMW und Mercedes verkauften 2022 einzelne Hardwarefunktionen zeitlich gestaffelt, Tesla setzt bei Assistenzsoftware auf das Monatsabo, VW verlängert Online-Dienste im Paket. Die Tabelle trennt Altwerte von aktuellen Angaben. Für BMW und Mercedes liegen belastbare Preise nur aus 2022 vor, die heutigen Konditionen für dein Modell zeigen der BMW ConnectedDrive Store und der Mercedes me Store.

HerstellerFunktionMonatJahrMehrjahrespaketUnbefristet / ab WerkStand
BMWSitzheizung17 €170 €270 € (3 Jahre)385 € nachträglich, 350 € ab Werk (2er Active Tourer)2022
BMWLenkradheizung10 €100 €150 € (3 Jahre)220 € nachträglich, 200 € ab Werk (2er Active Tourer)2022
BMWDrive Recorder20 €n. a.n. a.240 € pauschal2022
MercedesEQS-Hinterachslenkung (10 Grad)n. a.489 €1.169 € (3 Jahre)1.547 € ab Werk2022
TeslaFSD (Supervised), USA99 US-Dollarn. a.n. a.8.000 US-Dollar bis 14.02.2026, danach kein Kauf mehrJanuar 2026
TeslaPremium-Konnektivität, Deutschland9,99 €99 €n. a.Standard-Konnektivität 8 Jahre inklusive2025
VWConnect Plusmodellabhängig monatlich kündbarn. a.modellabhängig Verlängerung alle 2 Jahre2 Jahre gratis ab Erstauslieferungaktuelle Angabe VW Österreich
VWWe Connect Plus ohne / mit Navigationn. a.75 € / 145 €119 € / 239 € (2 Jahre)n. a.April 2023

Die Zeilen mit Stand 2022 und 2023 zeigen die Preislogik der Hersteller, nicht den heutigen Preis. Für Break-even-Rechnungen sind sie trotzdem brauchbar, weil sich das Verhältnis von Monats-, Jahres- und Dauerpreis gut übertragen lässt.

BMW: Gestaffelte Preise bis zum Dauerzugang

BMW bot 2022 verschiedene Fahrzeugfunktionen als Monats-, Jahres- oder Mehrjahresabonnement sowie zur dauerhaften Freischaltung an. Die nachträgliche Dauerlizenz war teilweise teurer als die Ausstattung ab Werk.

Die damaligen Preise im Überblick:

FunktionMonatlichJährlich3 JahreDauerhaftAb Werk
Sitzheizung17 €170 €270 €385 €350 €
Lenkradheizung10 €100 €150 €220 €200 €
Drive Recorder20 €k. A.k. A.240 €k. A.
Fernlichtassistent10 €k. A.k. A.120 €k. A.

Die Preise stammen aus dem Jahr 2022. Die Werkspreise beziehen sich auf damalige Ausstattungsangebote und sind nicht auf alle BMW-Modelle übertragbar.

Mercedes: Hinterachslenkung als Abo-Beispiel

Mercedes bot 2022 die erweiterte Hinterachslenkung des EQS mit einem Lenkwinkel von 10 Grad als kostenpflichtige Softwarefreischaltung an. Die benötigte Mechanik war bereits verbaut, der größere Lenkwinkel wurde jedoch erst nach der Buchung freigegeben.

Für die Funktion galten folgende Preise:

  • Jahresabonnement: 489 Euro
  • Dreijahresabonnement: 1.169 Euro
  • Dauerhafte Werksoption: 1.547 Euro

Besonders im Stadtverkehr und in engen Tiefgaragen bietet der größere Lenkwinkel Vorteile. Auf langen Autobahnstrecken fällt der zusätzliche Nutzen dagegen geringer aus.

Das ebenfalls 2022 angekündigte Leistungsabo „Acceleration Increase“ für EQE und EQS kostete 1.200 US-Dollar jährlich, war jedoch nur für den US-Markt vorgesehen. Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind deshalb ausschliesslich die jeweils verfügbaren Angebote und Preise im Mercedes me Store massgeblich.

Tesla: FSD nur noch im Monatsabo

Tesla bietet Full Self-Driving (FSD) in den USA seit dem 14. Februar 2026 nach eigener Ankündigung nur noch als Monatsabonnement an. Zuvor kostete die Funktion einmalig 8.000 US-Dollar oder 99 US-Dollar monatlich. In Europa hat Tesla das Assistenzsystem inzwischen in „Tesla Assisted Driving“ umbenannt. Die Verfügbarkeit und die Buchungskonditionen unterscheiden sich je nach Markt.

Für die Kostenplanung sind zwei Bereiche relevant:

  • FSD beziehungsweise Tesla Assisted Driving: Der frühere US-Monatspreis von 99 US-Dollar dient lediglich als Orientierung. Ob und zu welchen Konditionen die Funktion für dein Fahrzeug verfügbar ist, prüfst du in der Tesla-App unter „Upgrades“.
  • Standard-Konnektivität: Ist bei berechtigten Fahrzeugen acht Jahre ohne zusätzliche Kosten enthalten und umfasst grundlegende Navigations- und Online-Funktionen.
  • Premium-Konnektivität: Kostet in Deutschland aktuell 9,99 Euro monatlich. Das entspricht 119,88 Euro pro Jahr. Streaming, Satellitenkarten und zusätzliche Online-Dienste gehören zum Leistungsumfang.

Bei der Konnektivität solltest du vor einer Buchung prüfen, welche Dienste du tatsächlich benötigst. Ein Jahresabonnement für 99 Euro entsprach dem früher genannten Preisstand von 2025. Auf seiner aktuellen deutschen Supportseite weist Tesla jedoch nur den Monatspreis von 9,99 Euro ausdrücklich aus.

Volkswagen: Online-Dienste nach zwei Gratisjahren

VW Connect Plus wird bei entsprechenden Volkswagen-Modellen nach einer kostenlosen Erstlaufzeit von zwei Jahren kostenpflichtig. Die Frist beginnt mit der Erstauslieferung des Fahrzeugs, nicht mit dem späteren Kauf- oder Leasingbeginn.

Für die Kostenplanung sind drei Punkte entscheidend:

  • Gratisphase: Bei Vorführwagen, Tageszulassungen oder Jahreswagen kann ein Teil der zweijährigen Laufzeit bereits abgelaufen sein.
  • Verlängerung: Je nach Modell lässt sich VW Connect Plus für zwei weitere Jahre oder als monatlich kündbares Abonnement buchen.
  • Aktuelle Preise: Die Verlängerung kostet in Deutschland modellabhängig ab 4,99 Euro monatlich oder ab 135 Euro für zwei Jahre. Verbindlich sind die Angebote im Volkswagen Connect Shop.

Wie sich die Preise entwickelt haben, zeigt We Connect Plus im April 2023: Ohne Navigation kostete das Paket damals 75 Euro jährlich oder 119 Euro für zwei Jahre. Mit Navigation waren es 145 beziehungsweise 239 Euro. Die historischen Preise sind daher nicht unmittelbar mit heutigen Angeboten vergleichbar.

Muss man für Over-the-Air-Updates im Auto bezahlen?

Den Download eines OTA-Updates stellen Hersteller in der Regel nicht einzeln in Rechnung, bezahlt wird über die Laufzeit des Konnektivitätspakets oder über die Funktion, die ein Update freischaltet.

Kosten entstehen deshalb vor allem beim Ablauf von Gratisphasen: Bei Tesla deckt die Standard-Konnektivität acht Jahre ab, bei VW enden die Connect-Plus-Dienste zwei Jahre nach Erstauslieferung, wenn du nicht verlängerst.

Welche Update-Arten solltest du unterscheiden?

Kostenseitig verhalten sich vier Update-Arten unterschiedlich, und ein seriöser Vergleich trennt sie sauber:

  • Sicherheits- und Cybersecurity-Patches: Sie gehören zu den Updates, die der Verkäufer beim Verbraucherkauf bereitstellen muss (siehe nächster Abschnitt). Ein Abo darf dafür nicht Voraussetzung sein.
  • Fehlerbehebungen: Soweit sie die vereinbarte Funktion des Fahrzeugs wiederherstellen, fallen sie unter dieselbe Pflicht.
  • Funktionserweiterungen: Sie sind frei bepreisbar. Häufig wird die Software kostenlos eingespielt, nutzbar ist die Funktion aber erst nach Buchung.
  • Kartendaten und Online-Navigation: Sie hängen meist am Konnektivitätspaket und entfallen bei VW Connect Plus nach zwei Jahren, sofern du nicht verlängerst.

Der gesetzlich vorgeschriebene eCall-Notruf ist von alldem unabhängig und funktioniert auch dann, wenn dein Konnektivitätspaket ausgelaufen ist.

Ein häufiger Fehler in Preisvergleichen: Ein Update erscheint als neue Funktion im Menü und wird als Serienumfang verbucht, obwohl die Nutzung ein Abo verlangt.

Gesetzliche Updatepflicht: Was § 475b BGB regelt

Nach § 475b BGB müssen bei einem Verbraucherkauf die für die Vertragsmäßigkeit erforderlichen Softwareupdates bereitgestellt werden, einschließlich notwendiger Sicherheitsupdates. Die Pflicht trifft gegenüber dem Käufer den Verkäufer, meist das Autohaus. Eine feste Mindestlaufzeit nennt das Gesetz nicht. Sie richtet sich unter anderem nach der Art des Fahrzeugs, seiner digitalen Ausstattung und den berechtigten Erwartungen des Käufers. Neue Zusatzfunktionen sind davon grundsätzlich nicht erfasst.

Je nach Vertragsart gelten unterschiedliche Anforderungen:

  • Privater Fahrzeugkauf: § 475b BGB verpflichtet zur Bereitstellung notwendiger Aktualisierungen während des maßgeblichen Zeitraums.
  • B2B-Kauf: Die besondere Aktualisierungspflicht des Verbrauchsgüterkaufs greift nicht. Umfang und Dauer sollten deshalb vertraglich vereinbart werden.
  • Leasing: Da die Leasinggesellschaft das Fahrzeug kauft, ergeben sich die Ansprüche des Leasingnehmers vor allem aus dem Leasingvertrag.
  • UN-Regelungen Nr. 155 und 156: Hersteller müssen für die Typgenehmigung Anforderungen an Cybersecurity- und Software-Update-Managementsysteme erfüllen. Konkrete Updatepreise oder Mindestlaufzeiten legen diese Vorschriften nicht fest.

Fuhrparkmanager sollten Umfang und Dauer der Sicherheitsupdates deshalb ausdrücklich in den Rahmenvertrag schreiben.

Die UN-Regelungen Nr. 155 und Nr. 156 verpflichten Hersteller für die Typgenehmigung zu einem Cybersecurity- und einem Software-Update-Managementsystem. Sie regeln die Prozesse, aber weder Kosten noch Mindestlaufzeit von Updates. In Österreich setzt das Verbrauchergewährleistungsgesetz dieselbe EU-Warenkaufrichtlinie um, in der Schweiz entscheidet dagegen vor allem der Kaufvertrag.

Abo oder Einmalkauf: Wo der Break-even liegt

Ob Abo oder Einmalkauf günstiger ist, entscheidet das Verhältnis von Haltedauer zu Break-even, und der liegt bei den dokumentierten Preisen zwischen knapp zwei Jahren (BMW-Sitzheizung) und knapp sieben Jahren (Tesla FSD in den USA). Die Rechnung lässt sich direkt aus den Preislisten nachvollziehen.

Wie rechnet sich das bei BMW und Mercedes?

Bei BMW war die Werksoption nach gut 20 Monaten günstiger als das Monatsabo, bei Mercedes überholte das Jahresabo die Werksoption erst im vierten Jahr (Preisstand jeweils 2022).

Konkret:

Hersteller und FunktionAbonnementDauerhafte WerksoptionWirtschaftlicher Vergleich
BMW Sitzheizung17 €/Monat oder 270 €/3 Jahre350 €Werksoption nach rund 21 Monatszahlungen günstiger; Dreijahresabo 80 € günstiger als ab Werk
Mercedes Hinterachslenkung489 €/Jahr oder 1.169 €/3 Jahre1.547 €Dreijahresabo 378 € günstiger; mit einem weiteren Jahresabo insgesamt 1.658 €

Für Leasing mit drei Jahren Laufzeit war das Abo rund 378 € günstiger, bei einem Wiederverkauf nach fünf bis sechs Jahren rechnet sich die Werksoption.

Offen bleibt der Restwert. Ob eine dauerhaft freigeschaltete Funktion an der Fahrgestellnummer oder am Nutzerkonto hängt, steht in keiner Preisliste. Lass dir das schriftlich bestätigen, bevor du die Dauerlizenz in den Wiederverkaufswert einpreist.

Warum Tesla FSD ein Sonderfall ist

Bei Tesla FSD hätte sich der US-Kaufpreis von 8.000 US-Dollar gegenüber 99 US-Dollar im Monat erst nach rund 81 Monaten amortisiert. Mit dem Wechsel zum reinen Abo nach dem 14. Februar 2026 entfällt diese Abwägung ganz. FSD wird zum laufenden Betriebskostenposten ohne Einfluss auf den Restwert.

Der Vorteil liegt in der Steuerbarkeit. Zwölf Monate kosten in den USA 1.188 US-Dollar, sechs Monate mit hohem Autobahnanteil nur die Hälfte. Wer FSD vor allem für Urlaubsfahrten nutzt, bucht es gezielt für diese Monate und kündigt danach.

Worauf solltest du bei Leasing und Flotten-TCO achten?

Bei Leasing und Flotten zählt die Software-Summe pro Fahrzeug über die gesamte Vertragslaufzeit, nicht der Monatspreis einer einzelnen Funktion. Zur klassischen TCO aus Leasingrate, Energie, Wartung und Versicherung kommt damit ein eigener Posten für Software und Konnektivität. Viele Fuhrparks verbuchen ihn noch im Wartungsbudget, wo er nicht auffällt.

Beispielrechnung: Software-Kosten über 36 Monate

Für einen Dienstwagen mit Sitz- und Lenkradheizung als Software-Option reicht die Spanne über 36 Monate von 405 € bis 972 €, allein abhängig vom Abrechnungsmodell. Rechenbasis sind die BMW-Preise von 2022, die das Verhältnis der Modelle gut abbilden.

Abrechnungsmodell (36 Monate)RechnungSummepro Monat
Monatsabo durchgehend36 × (17 € + 10 €)972 €27,00 €
Jahresabo, dreimal gebucht3 × (170 € + 100 €)810 €22,50 €
Dreijahresabo270 € + 150 €420 €11,67 €
Saisonal, Oktober bis Februar15 × 27 €405 €11,25 €
Ab Werk (2er Active Tourer)350 € + 200 €550 €15,28 €

Hochgerechnet auf 50 Fahrzeuge kostet das durchgehende Monatsabo 48.600 €, das Dreijahresabo 21.000 €. Die Differenz von 27.600 € entsteht ohne jeden Unterschied in der Ausstattung. Das Saisonmodell spart gegenüber dem Dreijahresabo nur 15 € pro Fahrzeug, verlangt aber drei Buchungen und drei Kündigungen. In der Praxis frisst der Verwaltungsaufwand diesen Vorteil in der Flotte auf.

Die Werksoption ist bei 36 Monaten 130 € teurer als das Dreijahresabo. Sie lohnt sich im Leasing nur, wenn die Leasinggesellschaft die Ausstattung im Restwert berücksichtigt.

Dazu kommt die Konnektivität. Ein Tesla mit Premium-Konnektivität (Preisstand 2025) kostet über 36 Monate 297 € im Jahresabo oder 359,64 € bei monatlicher Zahlung. Bei VW fallen nur die Monate 25 bis 36 an, mit den Preisen von 2023 wären das 145 € für ein Jahr Connect Plus mit Navigation. Sieht dein Modell nur die Zweijahresverlängerung vor (2023: 239 €), zahlst du zwölf Monate über das Leasingende hinaus.

Welche Punkte gehören in die Flottenkalkulation?

Sechs Prüfpunkte entscheiden, ob Softwarekosten im Fuhrpark planbar bleiben:

  • Gratisphasen mit Stichtag erfassen: Trage für VW Connect Plus Erstauslieferung plus 24 Monate ein, für Tesla Standard-Konnektivität acht Jahre. Setze in der Fuhrparksoftware eine Erinnerung 60 Tage vor Ablauf.
  • Laufzeiten synchronisieren: Ein Dreijahresabo passt zu 36 Monaten Leasing. Ein Jahresabo erzeugt zwei Verlängerungen mitten im Vertrag, eine Zweijahresverlängerung im Monat 25 ragt über das Leasingende hinaus.
  • Rückgabe klären: Frag die Leasinggesellschaft, ob freigeschaltete Funktionen den Rückgabewert beeinflussen und ob laufende Abos vor Rückgabe gekündigt werden müssen.
  • Fahrzeug- oder Personenbindung prüfen: Abos am Fahrerprofil laufen bei Poolfahrzeugen ins Leere. Ein Firmenkonto mit zentralem Zahlungsmittel verhindert, dass Funktionen beim Fahrerwechsel verschwinden.
  • Updatezusage vertraglich sichern: Da § 475b BGB im B2B-Geschäft nicht greift, gehören Dauer und Umfang der Sicherheitsupdates in den Rahmenvertrag.
  • Softwarebudget separat führen: Ein eigener Posten pro Fahrzeug macht Abweichungen zwischen Marken sichtbar und erleichtert die nächste Ausschreibung.

Für Österreich und die Schweiz gilt: Die meisten dokumentierten Preise stammen aus Deutschland, die VW-Konditionen aus Österreich. Pakete und Laufzeiten können je Markt abweichen, prüfe deshalb den Store deines Landes.

Fazit: Software-Kosten gehören in jede Fahrzeugrechnung

Beim Software-Defined Vehicle (SDV) wandert ein Teil der Ausstattungskosten aus dem Kaufvertrag in die Nutzungsphase, und dort bestimmt das Abrechnungsmodell die Summe stärker als der Funktionspreis. Die Beispielrechnung zeigt für dieselbe Ausstattung über 36 Monate eine Spanne von 405 € bis 972 €. Werksoptionen lohnen sich bei langer Haltedauer, Mehrjahresabos bei Leasing, Monatsabos nur bei saisonalem oder gelegentlichem Bedarf.

Vor jeder Bestellung klärst du drei Dinge schriftlich: welche Funktionen ab Werk dauerhaft enthalten sind, wann die Gratisphase der Konnektivität endet und wie lange der Verkäufer Sicherheitsupdates zusagt. Danach rechnest du die Softwarekosten über deine gesamte Haltedauer, nicht über die erste Rate.

FAQ zum Thema: Versteckte Kosten beim Software-Defined Vehicle (SDV)

Was kostet ein Funktions-Abonnement im Auto pro Monat?

Die belegten Monatspreise beginnen bei rund 10 € und reichen bis 99 US-Dollar für Tesla FSD in den USA. Für die Budgetplanung ist der Mehrjahrespreis aussagekräftiger, weil das Monatsabo über eine volle Leasinglaufzeit meist die teuerste Variante ist.

Muss man für Over-the-Air-Updates im Auto bezahlen?

Für die Installation selbst zahlst du in der Regel nichts. Geld kostet es, wenn Online-Dienste und Kartendaten nach der Gratisphase an ein Paket gebunden sind, während Sicherheitsupdates beim Privatkauf vom Verkäufer geschuldet sind.

Welche Autohersteller verlangen ein Abo für Sitzheizung und Zusatzfunktionen?

BMW ist mit den Heizungsabos von 2022 das bekannteste Beispiel, Mercedes bot im selben Jahr die EQS-Hinterachslenkung im Abo an. Tesla und VW kassieren vor allem für Assistenzsoftware und Online-Dienste. Was für dein Modell aktuell gilt, zeigt der jeweilige Hersteller-Store.

Lohnt sich ein Software-Abo beim Leasing?

Ja, sofern die Abolaufzeit genau zur Leasingdauer passt. Ein durchgehend gebuchtes Monatsabo kostet dagegen mehr als doppelt so viel wie ein Dreijahrespaket und macht den Vorteil zunichte.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion geprüft und freigegeben.