Tipps und Tricks für den Reifenkauf

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Entsorgung von alten Reifen

Vor dem Reifenkauf hilft ein Blick in den Fahrzeugschein. In dem Dokument stehen Angaben zur Größe und Breite sowie zum Lastindex (LI) und zum Speedindex (SI), also zur zugelassenen Höchstgeschwindigkeit. Diese Angaben sind verbindlich, nur Reifen mit den in den amtlichen Papieren angegebenen Daten dürfen auf ein Fahrzeug montiert werden. Bei einer falschen Bereifung droht ein Bußgeld und drei Punkte auf dem Flensburger Verkehrssünderregister.

Bei den neuen Fahrzeugscheinen (Zulassungsbescheinigung Teil 1) gilt eine etwas andere Regelung. Hier wird nur noch eine Reifengröße angegeben. Diese muss aber nicht mit den Reifen übereinstimmen, die tatsächlich montiert wurden. Selbst Neuwagen können mit anderen Reifen ausgeliefert werden, als der im Fahrzeugschein genannten Reifengröße. Ausschlaggebend ist die mit der Auslieferung übermittelte EU-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC). Wenn in diesem Dokument alternative Reifendimensionen genannt sind, dürfen sie am Fahrzeug genutzt werden. Es ist deshalb ratsam, eine Kopie dieser als „EC Certification of Conformity“ bezeichneten Bescheinigung im Fahrzeug mitzuführen. Bei Verlust kann das Dokument beim Händler oder Hersteller erneut besorgt werden.

Was ist beim Reifenkauf zu beachten?

Es gibt für Neureifen keine vorgeschriebene Mindestprofiltiefe. Zwar liegt sie bei fabrikneuenreifen immer deutlich über dem gesetzlich geforderten Mindestwert, aber der Hersteller kann selbst entscheiden, wie stark er das Reifenprofil aufträgt. Für den Käufer macht es aber einen Unterschied, ob die Ausgangsprofiltiefe 7 Millimeter oder fast 1 Zentimeter beträgt. Je tiefer das Profil, umso länger können die Reifen gefahren werden. Solche Werte werden in der Werbung oder bei Internethändlern nicht angegben. Hier können die Kunden nur selbst nachmessen.

Auch beim Winterreifen-Kauf ist Vorsicht geboten. Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ gelten zwar als Reifen für Matsch und Schnee. Tatsächlich ist die Bezeichnung M+S-Reifen aber nicht geschützt. Einige ausländische Hersteller benutzen diese Deklaration, ohne dass die Reifen über die nötige Profiltiefe verfügen. Sie sind dann in Deutschland und anderen EU-Staaten gar nicht als Winterreifen zugelassen. Wirkliche Winterreifen besitzen dagegen noch zusätzliche Symbole, wie die Schneeflocke mit und ohne Bergabbildung und meist auch den Schriftzug „Winter“.

Generell sollten Reifen verschiedener Hersteller nicht kombiniert werden. Beim Vierradantrieb sind immer vier identische Reifen erforderlich. Unterschiedliche Profile und Profiltiefen sind zu vermeiden. Im Zweifelsfall gehört der bessere Reifen mit dem tieferen Profil auf die Hinterachse.

Für mehr Transparenz beim Reifenkauf sorgt das neue EU-Reifenlabel. Ähnlich dem Energieeffizienz-Schild auf Elektrogeräten und auf Neuwagen klassifiziert das Reifenlabel die einzelnen Pneus hinsichtlich Kraftstoffverbrauch, Rollwiderstand, Bremsverhalten, Nasshaftung und der Geräuschentwicklung. Dadurch werden die verschiedenen Reifenmodelle untereinander vergleichbarer. Einige Experten kritisieren aber, dass bis zu 20 Reifeneigenschaften berücksichtigt werden können. Dies kann das am 1. November 2012 eingeführte Reifenlabel der EU nicht vermitteln. Das Etikett ist aber ein Kompromiss. Die Praxis wird zeigen, ob es für mehr Transparenz aus Verbrauchersicht sorgen kann.

Online oder beim Fachhändler

Wer sich fachkundig gemacht und vor dem Kauf gut informiert hat, der kann im Onlinehandel tatsächlich ein Schnäppchen machen. Durch geringere Betriebs-und Personalkosten können Onlineanbieter im Internet oftmals günstigere Preise anbieten. Allerdings ist beim Kauf im Internet auch mit erhöhten Transportkosten zu rechnen. Reifen und Kompletträder, also Reifen und Felgen, werden oft über Speditionen ausgeliefert. Hier kommen schnell höhere Versandpauschalen zusammen. Auch die Montage kann ein preiswertes Onlineangebot schnell verteuern.

Der lokale Fachhandel bietet dagegen einen besseren Service und Beratung. Die Reifen können dort bestellt, angesehen und gekauft werden. Meist wird auch die Montage und Lagerung nicht benötigter Reifen günstig von den Fachbetrieben angeboten. Zudem finden sich auch im lokalen Fachhandel immer wieder Sonderangebote, die einen günstigen Reifenkauf ermöglichen. Ein direkter Vergleich lohnt sich. Wer genau weiß, welchen Reifentyp und welches Modell er kaufen möchte, der kann im Internet leicht nach günstigen Preisen suchen. Alle anderen sind im Fachhandel im Zweifelsfall besser aufgehoben.

Redaktion: Kai Eckert
Letzte Aktualisierung: 2.2.2013

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