Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung

HU- und AU Plakette  © Karin & Uwe Annas - Fotolia.com
HU- und AU Plakette für das Fahrzeug

Die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) verfolgt das Ziel, grobe Mängel an Fahrzeugen rechtzeitig zu erkennen und so die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Die Prüfung gibt es seit Dezember 1951. Im Volksmund als „TÜV“ bezeichnet, wird die Kontrolluntersuchung gemäß Anlage VIII §29 der Straßenverkehrsordnung (StVO) in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Grundsätzlich ist bei neuzugelassenen Pkw eine HU nach drei Jahren zum ersten Mal fällig, danach variieren die Untersuchungsintervalle nach Fahrzeugtyp und Gewicht. Spätestens alle zwei Jahre muss die Prüfung dann wiederholt werden. Eine Verkürzung dieses Intervalls ist bei gewerblich genutzten Fahrzeugen möglich, etwa bei schweren Nutzfahrzeugen zur Personenbeförderung. Seit 1960 werden für die Hauptuntersuchung Prüfplaketten ausgegeben. Diese werden auf das hintere Kennzeichen oberhalb des Zulassungssiegels geklebt. Sie geben an, wann der nächste Prüftermin fällig ist. Das Jahr steht im Zentrum der Plakette. Oben in der Mitte kann die Zahl des Monats abgelesen werden, in dem die nächste Untersuchung durchgeführt werden muss. Diese Angaben findet man ebenso auf der ersten Seite des Fahrzeugscheines. Die Abgasuntersuchung (AU) ist seit 2010 in der HU integriert. Seither wird auf die sechseckige Extra-Plakette auf dem vorderen Kennzeichen verzichtet.

Was passiert bei HU und AU?

Die Haupt- und Abgasuntersuchungen erfolgen nach § 29 StVZO durch eine staatlich anerkannte Prüforganisation. Sie können direkt bei einem der fünf Technischen Überwachungsvereine (TÜV), bei DEKRA, FSP, GTÜ, oder KÜS durchgeführt werden. Viele Autowerkstätten bieten inzwischen auch den Service an, HU und AU im Rahmen der jährlichen Inspektion in ihrem Betrieb zu übernehmen. Dafür bestellen sie dann einen Gutachter einer Prüforganisation in ihr Haus.

Halter von zugelassenen Fahrzeugen und Anhängern müssen die HU auf eigene Kosten durchführen. Ausgenommen sind Kraftfahrzeuge mit rotem Kennzeichen, egal ob Händler- oder Oldtimerkennzeichen. Geprüft wird unter anderem die Bremsanlagen, die Lenkanlage, das Fahrgestell, die Achsen einschließlich Reifen und Rädern sowie die Federung. Außerdem werden die Sichtverhältnisse, also Scheiben, Scheibenwischer und Rückspiegel sowie die Lichttechnik und elektrische Anlagen einschließlich Batterie, Leitungen, Kontroll- und Warneinrichtungen kontrolliert. Auch eine Probefahrt ist in der Prüfung integriert. Weitere Informationen zur Durchführung der Hauptuntersuchung gibt die Anlage VIIIa § 29 StVO.

Für den Fahrzeughalter kann sich die HU auch finanziell lohnen. Verschleiß kann zu weiteren Schäden an der Fahrzeugtechnik führen. Durch die nun integrierte Abgasuntersuchung können erhöhte Schadstoffwerte festgestellt werden. Sie weisen oft auf einen schadensbedingten hohen Kraftstoffverbrauch hin. Eine Reparatur solcher Schäden schützt die Umwelt, senkt den Verbrauch und schont den eigenen Geldbeutel.

Eine bestandene HU mit AU quittiert die Prüfstelle mit einem betrieblichen Datumsstempel im Fahrzeugschein. Außerdem wird eine Plakette auf das hintere Kennzeichen oberhalb des Siegels geklebt. Diese hat für jedes Jahr eine andere Farbe, die sich erst nach sechs Jahren wiederholt. Zusätzlich stellt die Prüforganisation einen Prüfbericht mit dokumentierten Ergebnis aus. Diesen Prüfbericht benötigt man meistens bei der Beantragung eines in Verlust gegangenen Fahrzeugscheines. Auch bei der An- oder Ummeldung eines Fahrzeugs ist der Prüfbericht erforderlich, wenn der Datumsstempel nicht eindeutig in der Zulassungsbescheinigung lesbar ist.

TÜV-Termin versäumt - was nun?

Wenn die TÜV-Plakette abgelaufen ist und keine neue Hauptuntersuchung durchgeführt wurde, droht ein Bußgeld. Je nach Dauer der Überziehung werden ab dem zweiten Monat 15 Euro fällig, ab dem fünften Monat steigt der Betrag auf 25 Euro. Erst bei einer Überschreitung des Untersuchungsintervalls von mehr als sieben Monaten muss ein Bußgeld von 40 Euro gezahlt werden. Zudem kommen dann noch 2 Punkte auf das Konto bei der Flensburger Verkehrssünderkartei. Generell wird nach einer versäumten Prüftermin eine vertiefende Untersuchung des Fahrzeugs durchgeführt.

Redaktion: Kai Eckert
Letzte Aktualisierung: 18.1.2013

Wissenswertes zu Autowerkstätten