Werkstatttypen

Eine große Auswahl an Werkstätten und Serviceeinrichtungen bietet Autobesitzern ein umfangreiches Dienstleistungsangebot. Service- und Standardarbeiten können von fast allen Anbietern geleistet werden. Unterschiede zwischen den einzelnen Werkstatttypen finden sich allerdings im Umfang des Angebotes sowie im Preis und in der fachlichen Kompetenz.

Vertragswerkstätten - Der direkte Draht zum Hersteller

Vertragswerkstätten sind meist an einen Fahrzeughersteller gebunden und auf diesen spezialisiert. Sie bieten neben Ölwechsel, Inspektionen und Reparaturen bis hin zur Lösung komplexer Probleme in der Fahrzeug-Elektronik ein breites Spektrum an Serviceleistungen. Dafür stehen herstellerspezifische Diagnosegeräte, Fehler-Datenbanken und auf die jeweiligen Fahrzeugmodelle speziell geschulte Mitarbeiter zur Verfügung. Als Vertragswerkstätten sind diese Betriebe auf bestimmte Standards der Hersteller festgelegt und müssen Ersatzteile von diesem verwenden. Dies hat seinen Preis, oft sind herstellergebundene Werkstätten teurer als andere Anbieter. Dennoch ist es empfehlenswert für Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Sachmängelhaftung eine solche abhängige Werkstatt aufzusuchen. Auch bei einer Reparatur aus der Herstellergarantie ist ein Besuch einer Vertragswerkstatt erforderlich. Generell erscheint es sinnvoll, sich mit einem neuen oder jungen Fahrzeug zunächst immer an eine Vertragswerkstatt zu wenden. Zwar müssen die Hersteller nach einer EU-Regelung, der so genannten Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung, akzeptieren, wenn Kunden während der Garantiezeit Inspektionen oder Unfallreparaturen in einer freien Werkstatt vornehmen lassen. Allerdings gewähren viele Autohersteller auch nach der Garantiezeit Reparaturvergünstigungen auf Kulanzbasis. Mit der freiwilligen Kulanz ist es aber schnell vorbei, wenn das Fahrzeug nicht lückenlos von einem herstellerabhängigen Unternehmen betreut wurde.

Unabhängig und serviceorientiert

Freie Werkstätten sind herstellerunabhängige Einzelbetriebe oder Systemwerkstätten mit einem großen Filialnetz. Bekannteste Beispiele hierfür sind etwa Auto Teile Unger (ATU) oder Pit Stop sowie andere nach dem Franchise-Prinzip lizenzierte Kfz-Betriebe. Ihr Angebot ist vielfältig, der Schwerpunkt liegt aber bei den Servicearbeiten und Standardreparaturen, wie Kupplung, Bremsen und Auspuff. Die freien Werkstätten können ihre Leistungen meist günstiger anbieten, weil sie auf preiswertere Ersatzteile aus dem freien Teilehandel zurückgreifen dürfen und nicht Originalteile verwenden müssen. Für Besitzer älterer Fahrzeuge, für die keinerlei Garantieansprüche mehr bestehen, sind freie Werkstätten ideale Partner. Auch an neueren Pkw dürfen diese Betriebe nach geltendem Recht Service- und Inspektionsarbeiten sowie Instandsetzungen nach Unfallschäden durchführen, ohne dass der Garantieanspruch erlischt. Allerdings fehlt mitunter das fahrzeugspezifische Know-how und eventuell auch benötigte Ersatzteile. Unter Umständen können die Arbeiten am Fahrzeug deshalb nicht so schnell durchgeführt werden, wie in einer auf das jeweilige Fahrzeugmodell spezialisierte Vertragswerkstatt.

Spezialisierung in der Nische

Als Reifen-Service werden Unternehmen bezeichnet, die sich auf den Verkauf und die Montage von Reifen spezialisiert haben. Neben der Einlagerung von Winter- und Sommerreifen sowie der Reifenreparatur zählt auch die Aufbereitung der Felgen und das Auswuchten zum Angebot dieser Dienstleister. Viele Betriebe haben zudem weitere Dienstleistungen in ihr Angebot aufgenommen. So können hier je nach Betrieb etwa der Austausch von Bremsflüssigkeiten, Ölwechsel oder Klimaanlagen-Service und die Fahrzeugfolierung sowie andere Karosseriearbeiten und weitere Tuningangebote durchgeführt werden.

Redaktion: Kai Eckert
Letzte Aktualisierung: 6.3.2013

Wissenswertes zu Autowerkstätten